Aktuelle Führungen

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2000 Jahre Geschichte im Vringsveedel

Unter diesem Motto fand am 30.09.2021 eine Führung durch das Privatmuseum von Wiljo Schumacher, einem Mitinhaber des 1830 gegründeten Holz-Fachhandels. Das Museum besteht nunmehr fast 25 Jahre.

 Begonnen wurde die Führung auf dem Betriebshof der Holzhandlung. Das Betriebsgelände liegt auf der Ecke zwischen Achternstraße und Landsbergstraße. Hier und auf den benachbarten Parzellen befand sich seit 1246 das Kloster Sion, das anlässlich der Säkularisierung 1809 abgerissen wurde. Zudem der Beginen Konvent von 1365 bis 1470 und von 1471 bis 1828 das Kloster Zur heiligen Dreifaltigkeit der Cellitinnen. Von den Baulichkeiten sind restliche Mauer- und Fundamentteile in den Holzlagern zu sehen. Im südlichen Teil des Grundstücks gab es 1891 bis 1945 die Volksbadeanstalt, deren Wände ebenfalls in das Holzlager integriert sind.

 Das von der Familie Schumacher 1910 erworbene neogotische Wohnhaus (Wohnhaus Erben) aus dem Jahre 1848 wurde wie die Volksbadeanstalt im zweiten Weltkrieg zerstört. Von dem Wohnhaus wurde einige figürliche Elemente wie Erkerköpfe gerettet, die sich nunmehr an den Außenwänden des Holzlagers befinden und eine Marienfigur.

 Zu sehen sind auch 6 gebeilte und zugespitzte Eichenpfähle, die um 90 von den Römern zur Stabilisierung des Rheinufers in den Sandboden gesetzt wurden. Im Rahmen des U-Bahnbaues wurden diese Pfähle geborgen.

 Verborgen unter einer Holzplatte und geschützt durch eine Glasplatte befindet sich direkt neben dem Bürogebäude ein römisches Ziegelgrab samt Skelett eines 40 Jahre alten Syrers (römischer Soldat) aus dem Jahre 250. Dieses Grab wurde bei der Errichtung der Fundamente für eine neue Lagerhalle entdeckt. Auch zwei steinerne Aschekästen kann man bestaunen.

 Im früheren Büro von Wiljo Schumacher befinden sich Einbauschränke, die er zu Vitrinen umgebauen ließ. Hierin befinden sich Grabbeilagen, Vasen aber auch geschichtliche Dokumente der Familie Schumacher.

Es war ein beeindruckender Nachmittag, weil Wiljo Schumacher mit viel Herzblut die Geschichte seiner Museumsstücke erläuterte. Die Zeit verging wie im Fluge. Köln kann sich freuen, dass es Menschen mit einem solchen Engagement gibt.

Dieser Bericht, Text und Fotos, wurden von Heinz-Georg Bauer zur Verfügung gestellt.

Weitere Fotos findet Ihr in der Galerie unter dem Stichwort Führungen

 

En wunderbare Brauhaustour mem Michael Dirkmann am 26.8.2021

Uns zweite Vörsitzende, et Sabine Richrath-Strunk, hatt en geniale Idee un hät beim Michael Dirkmann en Brauhaustour gebuch.

Nüngsehn Drinkfeste hatte sich vörm Sion Bräues versammelt un waadte dodrop, dat die Föhrung endlich loss ging.

Zoeesch stundt et „Sion“ Bräues om Plan. Der Herr Dirkmann, unse Stadtföhrer, ging vör un mir em Gänsemarsch hinger im dren en et Bräues, an der Kontroll vörbei, do moote mer bewiese, dat mer geimf ov genese wore oder ne aktuelle Test vörzeige kunnte.

Et wor jo alles god geplant, doröm woodte mer dann en e Säälche geführt, dat mer för uns ganz allein hatte. Do dat ganze Schmölzche jo drinkfess wor, hät sich jeder e lecker Kölsch bestellt. Jetz woodt et löstig. Der Herr Dirkmann wor en singem Element un hät uns dat ein ov andere Anekdötche, ävver och vill Wohres verzällt.

Esu hät hä uns en de Geheimnisse vun de Köbesse engeweiht, uns verklört, wat der Ungerschied zweschen Kölsch un Alt un ober- un ungergärig es, och, dat der Bierdeckel, och Bierfilz genannt weed un fröher ne Deckel wor, dä op der Krog gelaht woodt oder wie mer sich mir nix, dir nix merke kann, wann der Grundstein vum Dom gelaht woodt. Eigentlich bröht mer sich nor die 1 zo merke un dreimol die Zahl verdubbele, dann kütt 1248 erus. Usserdäm leet hä uns wesse, dat der Dom de St. Petrus un Maria Kirch es. Och vun de Hellige Drei Künnige hät hä uns dat ein ov andere Kreppche verzallt. Dat die Franzuse ne große Enfluss bei uns hingerlooße han, dat merke mer eigentlich jeden Dag. Dat alles hät hä uns es herrlich verzällt, dat dat och en Büttenred hätt sin künne.

Ävver mer hatte jo noch mih vör, also ging et nohm „Weinhaus Brungs“ en der Gewölbekeller. Vörher han mer uns ävver noch dä Frauebrunne aangeluurt un och erfahre, woröm der Spanische Bau Spanische Bau heiß.  Widder op der Stroß aangekumme, moote mer fesstelle, dat et ärg am Rähne wor. Alsu blevv uns gar nix anderes üvverig, wie en et nöchste Bräues zo flüchte. Dat wor et „Brauhaus Päffgen“. Do han mer uns ävver nit esu lang opgehalde, ei Bierche un dann han mer uns widder op de Söck gemaht.  Em „Sion“ wollte mer jet esse. Ävver wie dat hüggzodags off es, et gov öm 20 Uhr kei wärm Esse mih – woröm? Weil se wäge Corona nit mih richtig plane künne, dat es ärg schad. Mettbrüdcher kunnte mer ävver noch bestelle un widder e lecker Bierche dobei.

Et wor ne herrlich Nommeddag, an däm mer vill gelaach, geliert un uns amüsiert han. Dat verdanke mer däm Sabine un däm Naturtalent Michael Dirkmann.

Führung über den Südfriedhof am 07.06.2020

10 Jahre Klaaf

Am Sonntag, dem 7. Juni fand die lang geplante Führung über den Südfriedhof
mit dem Köln-Lotsen Uli Kievernagel statt. Nachdem 23 Personen alle
erforderlichen Formalitäten erledigt und ihre Masken angelegt hatten, setzte
sich die Karavane mit Sicherheitsabstand in Bewegung.

Zuerst erfuhren wir, daß der Südfriedhof der größte Friedhof Kölns ist. Er ist
etwa so groß wie 80 Fußballfelder und wurde 1901 zur Bestattung freigegeben.
Er wurde insgesamt 4 mal erweitert. Er ist ein Biotop und bietet vielen Tieren
Unterschlupf.

Es gibt vier Ehrenfriedhöfe: den britischen, den italienischen und Kriegsgräber
aus den beiden Weltkriegen. Der britische Friedhof befindet sich bis heute im
Eigentum des britischen Staates und wird auch von ihm unterhalten und
gepflegt.

Die repräsentativen Familiengräber findet man im ursprünglichen Teil des
Friedhofes auf den Hauptwegen.

Die Wandgrabstätte der Familie Hummerich wurde durch ein kurioses
Vorkommnis bekannt. In den Jahren 1944/1945 wurden Bargeld und geldwerte
Vermögenswerte der Stadt Köln in einer noch nicht belegten Grabkammer vor
den US-Truppen versteckt.

 Viele prominente Kölner wie z. B. Franz Kremer, Hans Schäfer, Jean Löring,
Peter Müller - Müllers Aap, Karl Berbuer, Hans Sion, haben hier ihre letzte
Ruhestätte gefunden.

Bemerkenswert ist auch das Grabfeld für Obdachlose und die Grabstätte der
Ursula Kuhr, die 1964 bei dem Attentat in Volkhoven ums Legen gekommen
ist.

Im Eingangsbereich steht ein römischer Sarkophag aus dem 4. Jahrh. n. Chr..
Vermutlich gehörte er früher zu einer Villa rustica in der Nähe des
Raderberggürtels.

Josephine Feldmann